I wanna watch this!

Wer sich auf Youtube, Google Video oder sonstwo im Netz gerne von Flash-Videos berieseln lässt, kennt das Problem: Nach x Minuten bequemt sich der Monitor in den Energiesparmodus und erst panisches Rütteln an der Maus überzeugt das System davon, dass der Nutzer noch am PC ausharrt – der Monitor wird wieder geweckt.

Ich habe deshalb schon einige Abende damit verbracht, im 5-Minuten-Intervall mein Mausrad zu rollen, weil die Maus von der Couch aus noch erreichbar war und ich keine Lust hatte im Energiespar-Menü das Abschalten des Bildschirms im Leerlauf zu deaktivieren :). Faulheit ist nicht immer ökonomisch!

Das dauerhafte Deaktivieren dieser Option ist für mich aber auch keine Alternative – ich habe keine Lust mir jedes Mal, wenn ich den PC verlasse, zu überlegen, ob es sich lohnt den Bildschirm auszuschalten oder nicht.

Das Ärgerliche bei der ganzen Sache: Totem und andere Videoplayer geben dem System einfach Bescheid: Hey, es sieht zwar aus, als sei der Nutzer untätig, aber eigentlich schaut er ein Video. Lass das mal mit dem Bildschirmschoner/Energiesparmodus. Flash bietet diesen Luxus nicht. Verschiedene Ansätze wurden daher bereits diskutiert und ich dachte, ich füge einfach mal einen weiteren hinzu:

I wanne watch this (iwwt)

IWWT ist ein kleines Python-Skript, das in festen Intervallen die Fenstertitel der Fenster auf dem Desktop auf das Vorhandensein bestimmter Zeichenketten überprüft. Findet sich also “youtube”, “google video” oder ähnliches in einem Fenstertitel, deaktiviert das Tool den Bildschirmschoner und sorgt dafür, dass der Mauszeiger nach 1 Sekunde unsichtbar wird.

Natürlich räumt das Skript hinterher auch auf: Findet sich kein entsprechender Fenstertitel mehr, wird für Bildschirmschoner und Maus wieder das Standardverhalten aktiviert.

Als kleine Erweiterung kennt das Skript noch den Schalter “-a”, mit dem nur aktive Fenster der Prüfung unterzogen werden.

Abhängigkeiten

Benötigt werden folgende Pakete:

  • python-wnck
  • unclutter

Ersteres stellt für Python eine Schnittstelle zum Fenstermanager bereit, das zweite Paket versteckt den Mauszeiger bei Untätigkeit.

Einstellungen

Das Skript kann verhältnismäßig leicht angepasst werden: In Zeile 23 ff. können die verschiedenen Fenstertitel (bzw. Bestandteile davon) eingetragen werden, bei denen der Bildschirmschoner deaktiviert werden soll. In Zeile 35 wird festgelegt, wie viele Sekunden das Skript zwischen zwei Überprüfungen warten soll, in Zeile 38 und 39 lassen sich die vom Skript aufgerufenen Programme konfigurieren.

Ecken und Kanten

Auch diese Lösung ist nicht perfekt. Sie funktioniert ausschließlich mit GNOME. Außerdem muss der Benutzer alle von ihm genutzten Video-Seiten vorher definieren.

Das 30-sekündige Pollen aller Fenstertitel ist weiterhin nicht unbedingt eine schöne Lösung. Der Timeout kann grundsätzlich aber auf x-1 Sekunden eingestellt werden (wobei x die Leerlaufzeit des Monitors bzw. Bildschirmschoners ist).

Damit man das Skript nicht jedes Mal, wenn man ein Video schauen möchte, von Hand aufrufen muss (das wäre wohl kaum eine Arbeitserleichterung), empfiehlt es sich mMn, das Skript bei der Anmeldung direkt ausführen zu lassen (System->Einstellungen->Startprogramme).

Download

iwwt.py.tar

Kommentar schreiben

11 Kommentare.

  1. Warum nicht einfach das “Energiesparmodusunterdrückungsapplet” aktivieren?

    Ein Klick und gut is…..
    ;-)

    Aber das genannte ist auf Dauer sicher etwas komfortabler, außerdem wollte ich nur mal das Applet mit dem schönsten Namen in die Diskussion werfen :-D

  2. Probier Doch mal Caffeine aus. Dieses Programm erkennt ebenfalls, wenn Flash-Videos abgespielt werden und deaktiviert den Bildschirmschoner:
    http://wiki.ubuntuusers.de/Caffeine

  3. Caffeine war immer meine Lösung. Ein kleines Applet mit großer Wirkung, welches z.B. unter KDE die Alternative zum “Energiesparuntertdückungs”-Applet von Gnome ist.

  4. Hallo!

    Danke für die Hinweise. Auf Caffeine habe ich ja auch verwiesen – der Link unter “Ansätze” berichtet darüber.

    Ich habe es auch – um ehrlich zu sein – gar nicht getestet: Für seine Flash-Erkennung schaut Caffeine anscheinend nur nach “/tmp/Flash*” – eine Methode, die ich für nicht ganz hundertprozentig halte.

    Ich muss natürlich gestehen, dass ich auch ein wenig um des Programmierens Willen das Skript geschrieben habe. Für viele Nutze mag das “Energiesparunterdrückungsapplet” ebenso eine Alternative sein wie Caffeine.

    Schöne Grüße,

    brb


  5. foobar:

    xset -dpms

    Ähm, ja, ist bekannt. In dem Artikel geht es aber irgendwie um eine bequeme und automatische Möglichkeit das zu tun, oder?

  6. Über eine Tastenkombination…

  7. Nicht automatisch genug :P

  8. Du könntest dein Script ja beides tun lassen:
    Die Fenstertitel überprüfen UND in /tmp/Flash nachschauen.
    Das sollte dann sicher genug sein ;)

  9. Ja, habe ich auch schon überlegt. Wäre sicher eine sinnvolle Erweiterung. Man könnte auch die Unterprozess des Browsers dahingehend überprüfen, zumindest habe ich den Eindruck, dass in /proc/PID/maps entsprechende Infos zu hohlen wären.

    Mal sehen, wie sich das Skript in den nächsten Wochen so schlägt und welche Anpassungen sinnvoll sind.

    Gruß,

    Daniel

  10. Hi Daniel,
    wollte dir nur mal sagen das ich es toll finde das Du dir:
    A : dein Problem lösen wolltest
    B : Deine Lösung veröffentlichst
    Das ist genau das was ich an OSS so mag.
    Es sind die vielen kleinen Dinge die eine gute Benutzererfahrung aus machen und das ist wieder ein Teil davon.

Kommentar schreiben


Hinweis - Du kannst dies benutzenHTML tags and attributes:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>