“Ohne mich”

Das bekannte Zündfunk-Interview, in dem Sven Regener in einem längeren Monolog seinen Standpunkt zur Urheberrechtsdebatte darlegt, liegt mittlerweile gute 10 Tage zurück. In dieser Zeit wurden Regeners Äußerungen mehrfach ausgiebig kritisiert, etwa bei Netzpolitik oder in einer eher persönlichen Antwort auf 11k2.

Ebenso unglücklich wie der Regener-Aufreger wirkte der Debattenbeitrag von 51 Tatort-Drehbuchautoren. In dem offenen Brief wurden Piraten, Grüne und “die Netzgemeinde” recht undifferenziert in einen Topf geworfen und allerlei Lebenslügen bezichtigt. Selbst bei Spiegel Online werden die Ausführungen der Tatort-Autoren als “Beschimpfung” interpretiert. Kein Wunder, bauten die Tatort-Autoren in ihrem offenen Brief überwiegend Strohmänner auf, an denen sie sich genüsslich abarbeiteten. Auch hier ließen Entgegnungen und Gegendarstellungen nicht lange auf sich warten.

All diese kontroversen Beiträge hätte Thorsten Schmitz pointiert analysieren und zu einem stimmigen Plädoyer für ein zielgerichtete, vorurteilsfreie und sachliche Debatte nutzen könnten. Das hat er nicht getan.

In der Süddeutschen Zeitung vom 31.03/01.04 inszeniert Schmitz geradezu ein Meisterwerk aus Einseitigkeiten und Klischees. Auf Seite 3 (dort wie üblich als ganzseitiger Artikel) arrangiert er Zitat- und Interviewfetzen verschiedenster Personen zu einer stimmigen Melange aus Panikmache und Piratenhatz. Diese – so darf der Leser erfahren – seien eine “Existenznehmerpartei”, die noch nie mit Künstlern gesprochen, von Politik und dem Urheberrecht keine Ahnung haben und dennoch dessen Abschaffung forderten.

So wird wieder dieser unsägliche Regener-Ausraster bemüht – ohne Hinweis auf die vielen berechtigten Einwände. Zitiert wird Max Raabe mit dem sinnreichen Satz “Das Urheberrecht ist nicht vom Himmel gefallen. Es ist eine Errungenschaft – wie die Demokratie”. Die Autorin Julia Franck darf sagen, dass es “Unsinn” sei, alle Kunst dem Volk gratis zugänglich zu machen. “Das würde zur Barbarei führen”. Wer genau diese Forderung gestellt hat und ob es ein Konzept dazu gab, wird leider nicht weiter ausgeführt – irgendwer “in dem Internet” wird derartiges sicher schonmal undifferenziert gefordert haben. Auch ein Urheberrechts-Anwalt, ein Konzert-Veranstalter und der Gema-Chef dürfen sich über den neuen Zeitgeist, das Urheberrecht und natürlich die Piraten auslassen. Da ist dann beispielsweise von “McCarthy-Stimmung” die Rede: “Niemand traut sich mehr, was zu sagen. Nur der Regener”. Schnell gelte man als “uncool” und müsse um seinen Broterwerb fürchten.

So kommt in dem Artikel einiges zusammen: Den Piraten werden alle möglichen und unmöglichen Positionen unterstellt – selbstverständlich darf sich kein Vertreter der Partei dazu äußern. Stattdessen kommen Personen zu Wort, die ein Szenario beschwören, in dem ein Künstler Enteignung und Ächtung fürchten müssen (der Hinweis auf die verfolgten Kommunisten in der McCarthy-Ära ist in meinen Augen ziemlich bodenlos). Ein Szenario, in dem prädigitale Künstler und Verwerter die letzte Bastion sind in einer Gesellschaft, die das Urheberrecht mental schon abgeschafft zu haben scheint und (raub)kopiert als gäbe es kein Morgen mehr.

Dies nur als kurze Zusammenfassung eines in meinen Augen unterirdischen Artikels, den die SZ vermutlich aus guten Gründen nicht im Netz zum Abruf bereit hält. Das ist auch der Kontext des Leserbriefes, den ich heute trotz meiner Abscheu gegenüber dieser Art der Unmutsbekundung verfasst habe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

über den Artikel “ohne mich” in der SZ vom 31.03/01.04 war ich ernsthaft enttäuscht. Wie kann es sich die SZ leisten, sich über eine ganze Seite in Einseitigkeiten zu ergießen? Welchen Wert hat ein Debattenbeitrag, dessen Auseinandersetzung mit der Gegenposition sich im Wesentlichen darauf beschränkt, “Ahnungslosigkeit” zu unterstellen und alte Ressentiments zu bedienen?
Die Debatte um eine Reform des Urheberrechts ist deutlich weiter fortgeschritten, als Sie und die von ihnen zitierten Autoren den Lesern Glauben machen wollen. So geht es keineswegs darum, die Autoren zu berauben oder das Urheberrecht rundweg abzuschaffen. Im Gegenteil versuchen viele Modelle, auch die kleinen Künstler und die Straßenmusiker (über letztere äußert sich Regener in seinem Zündfunk-Interview fast schon abfällig) verstärkt vom Verteilungssystem profitieren zu lassen. Auch der Verbraucherschutz (Stichwort: Abmahnwelle) und “neue” Formen von Kreativität (Remix, Montage, Sampling), die eigentlich kaum mehr “neu” zu nennen sind, sollen durch ein reformiertes Urheberrecht gefördert und rechtlich abgesichert werden. Einige Überlegungen zielen sogar explizit auf die Stärkung des Urheberrechts, indem etwa die Positionen von Autoren und Musikern gegenüber Verlagen und Labels gestärkt werden. Schließlich geht es auch schlichtweg um die Wahrung von Kulturgütern – indem die sog. “Lücke des 20. Jahrhunderts” geschlossen wird.

Von all dem ist bei Ihnen kein Wort zu lesen. Das ist mehr als enttäuschend – diese Einseitigkeit und eine derartige Verfremdung real existierender Positionen muss doch fast schon programmatisch sein?

Herzliche Grüße,

Ich finde es ganz schön entlarvend, dass ein Artikel, der eine ganze Zeitungsseite umfasst, nicht mit einem Wort auf diese Modelle, Vorschläge und Probleme eingeht… sie haben nichts mit Enteignung und “Abschaffung des Urheberrechts” zu tun.

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10 Kommentare.

  1. Otto O'Mallee

    „Das Urheberrecht ist nicht vom Himmel gefallen. Es ist eine Errungenschaft – wie die Demokratie. “
    Das, z. B., sagt oder zitiert Sven Regener und er hat recht damit.
    oder:
    „Man wirkt uncool, wenn man auf Urheberrecht pocht.“ Das „Rumgetrampele“ darauf, dass Menschen wie er auf Urhe- berrecht pochten, „ist nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt!“ Nichts wert sei, so Regener, „eine Gesellschaft die so mit ihren Künstlern umgeht“.
    Und wieder hat er Recht! Jemand, der/die meint, für Musik einfach nichts bezahlen zu müssen, der sollte sich fragen, wie denn diejenigen, die die Musik machen, zu Geld kommen sollen.
    Lesenswert ist der Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 31.03/01.04, man sollte einfach mal drüber nachdenken, wovon z. B. auch meine Familie leben kann, wenn es kein Urheberrecht gäbe.

  2. Also wie in meinem Beitrag eigentlich ausführlich dargestellt: Es geht doch überhaupt nicht darum, das Urheberrecht abzuschaffen und die Künstler nicht mehr zu bezahlen!

    Dieses ständige Wiederkaufen der immer gleichen, falschen Vorwürfe bringt uns wirklich keinen Schritt weiter. Mit ist klar, dass es Künstler gibt, die um ihre Existenz fürchten und die Urheberrechts-Debatte in dieser Hinsicht “missverstehen”, bzw. Angst haben, dass ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Aber ganz im Ernst: Es geht ja gerade darum, für die Künstler einen Ausgleich zu schaffen und neue Modelle zu finden, die nicht zwanghaft auf DRM und den Verkauf physischer Medien basieren.

    Warum berichtet die SZ nicht differenziert über solche Modell-Vorschläge? Warum diskutiert sie nicht, sondern lässt nur Kritiker zu Wort kommen, die dann auch noch falsche Behauptungen aufstellen? Diese Kommunikationsstrategie nennt man wohl FUD :/

  3. Literaturübersetzer

    Lieber Daniel,
    ich finde auch, dass Wiederkäuen immergleicher Vorwürfe uns nicht weiterbringt. Aber ehrlich gesagt fehlt mir auch in den vielen empörten Antworten und Kommentaren, die ich bei Netzpolitik.org oder anderswo gelesen habe, so wie auch hier bei Ihnen ein bisschen was Konkretes. Nämlich: Wo sind denn die tatsächlich vielversprechenden Modelle, Künstler angemessen zu honorieren, “die nicht zwanghaft auf DRM und den Verkauf physischer Medien basieren”?? Man hört immer irgendwelches Gemunkel über “Kulturflatrate” und so, aber wenn es dann um beispielsweise Geräteabgaben geht, schreien gleich wieder alle User “Niemals!” Ich würde wirklich gern mal einen durchdachten Vorschlag hören, aber auch bei den Piraten habe ich da nichts gefunden. Nur vage Hoffnungen auf “Grundeinkommen” und dergleichen.Alle bisherigen Netz-Bezahl-Modelle laufen darauf hinaus, dass beim Künstler am Ende des Jahres ca. 4,276 Cent ankommen.
    Darum ist es kein Wunder, dass unter “Old-School-Kreativen”, zu denen auch ich gehöre, weithin FUD herrschen.

  4. Naja, dann möchte ich zum einen auf die Kulturwertmark des CCC hinweisen. Hier handelt es sich um einen Kompromissvorschlag, der explizit die Interessen der Urheber im Sinn hat.

    Bei den Piraten findet sich viel Licht und viel Schatten im Artikel zur Kulturflatrate: http://wiki.piratenpartei.de/Kulturflatrate

    Vorschläge und Ideen sind also durchaus da – nur scheint es momentan keine interessierten Kreativen zu geben, die sich daran konstruktiv beteiligen. Ich gebe ja zu, dass da im Piraten-Wiki auch viel komisches Zeug steht – aber jetzt zu behaupten, dass es an Konkreten Vorschlägen mangelt, finde ich schon sehr befremdlich.

    Im Parteiprogramm der Piraten heißt es übrigens an einer Stelle:

    »Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an«

    Da finde ich es doch eigentlich empörend, dass im SZ-Artikel gewissermaßen das Gegenteil behauptet wird.

    Ich finde aber auch, dass wir gar nicht so weit gehen müssen: Die in meinen Augen dringendsten Probleme nenne ich ja in dem Leserbrief oben: Verbraucherschutz, Berücksichtigung “intertextueller” Kunstformen, Bekämpfung der Abmahnwut, Stärkung der Verhandlungsposition von Kreativen, Schließung der Lücke des 21. Jahrhunderts. Für all das brauchen wir keine Kulturflatrate und keine Urheberrechtsrevolution. Das wäre durchaus auch im Sinne der Kreativen – aber irgendwie wird halt nur auf die Netzgemeinde geschimpft.

    Wo du also mich gerade nach Konzepten gefragt hast, würde ich gerne wissen, welche Lösung die “Old-School-Kreativen” im Auge haben, um diese Probleme zu lösen? Denn eigentlich stehen Künstler und Konsumenten doch gar nicht zwangsläufig auf unterschiedlichen Seiten: Ebenso wie sich jemand vll. großer Rechtsunsicherheit aussetzt, wenn er ein geremixtes YT-Video erstellt, setzt sich ein Künstler wie Meinecke auch einer gewissen Rechtsunsicherheit aus, wenn er seine Sampling-Literatur schreibt.
    Noch ein Beispiel, wo die Interessen von Künstlern und Konsumenten recht nahe beieinander liegen: Verwaiste Werke (http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaistes_Werk). Ich halte die Herabsetzung der Schutzfristen für eine mögliche Lösung – plus einer Sonderregelung für Werke, deren Urheber innerhalb einer bestimmten Frist nicht auffindbar ist / sich nicht meldet. Oder findest du es als Kreativer gut, dass so viel Wissen und so viele Werke quasi brach liegen, weil die Urheber nicht auffindbar sind oder die Ermittlung zu teuer wäre?

  5. Literaturübersetzer

    Lieber Daniel,
    »Wir erkennen die Persönlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an« – das ist natürlich nichts weiter als billige Rhetorik. Toll, das heißt, man will darauf auchten, dass bei jeder illegalen Nutzung meines Werkes aber bitte schön auch mein Urhebername genannt wird. Super. Kann ich davon meine Miete und das Schulbrot meiner Kinder bezahlen? Nein. Es nützt nichts, zu sagen, man erkenne Persönlichkeitsrechte an, wenn man im nächsten Absatz sagt, illegale Downloads seien die Realität und müssten daher legal werden.
    Und auf die Themen “Kulturflatrate” oder “Kulturwertmark” möchte ich jetzt eigentlich nicht eingehen, nur so viel: in meinen Augen vollkommen unpraktikabel, riesiger bürokratischer/rechnerischer Aufwand (Verteilung!), am Ende wird ein geringer Ertrag dabei herauskommen.
    Dafür ein Wort zur Berücksichtigung “intertextueller” Kunstformen: Das spielt bei allen Netzdiskussionen immer eine ungeheure Rolle, Remix hier und Remix da, aber in der Realität meiner Branche überhaupt keine. Abgesehen von dem schon in der Bibel verbratenen Gemeinplatz, dass immer schon alles gesagt worden ist, ist der Remix in der Literatur eine zu vernachlässigende Randerscheinung. Meinecke, Hegemann, Goetz – und was noch? In meinen 12 Jahren Übersetzen englischer, amerikanischer, indischer, australischer … Literatur habe ich zwar öfter mal ein Shakespeare- oder Tschechow-Zitat auftreiben müssen, aber das ist wahrlich noch keine Intertextualität. (Und ansonsten ist das eigentlich klar geregelt: wenn ich jemand Lebenden länger zitieren will, muss ich ihn 1. fragen und 2. nennen. Und das ist auch gut und richtig so.) Da müsstest du also mit Musikern reden.
    Meine Lösung: Wer ein Buch lesen möchte, auch als E-Book, soll es sich entweder in einer Bibliothek ausleihen oder kaufen. Wer nicht mal dazu bereit ist, der soll verdammt noch mal keine Bücher lesen, sondern sie sich selber schreiben.
    Die Lücke des 20. Jh. finde ich auch nicht gut, ich hatte grad selbst das Problem beim Zusammenstellen einer Anthologie über London – die Rechtsnachfolger des Urhebers einer nicht mehr aufgelegten Übersetzung zu finden, ist nicht so einfach – und ich finde auch durchaus, dass man über die Länge der Fristen sehr offen reden muss.
    Aber das ändert nichts daran, dass ich auch nach einigen Tagen Diskussion in verschiedenen Foren immer noch das gleiche unbehagliche Gefühl habe: Auch wenn immer wieder und überall behauptet wird, man wolle doch niemandem was wegnehmen und die Kreativen stärken, so scheint mir doch die vorherrschende Einstellung beim Durchschnittsnutzer so eine Geiz-ist-geil-Aldi-Schlecker-Lidl-Mentalität – Hauptsache billig bis gratis, wie der Produzent (oder auch die arme Verkäuferin) davon lebt, ist mir doch egal.
    Tut mir leid, das hat sich auch nach Lektüre des Piratenprogramms kaum geändert.
    Herzlich

  6. Naja, “ungeheuere” Bürokratie ist die GEMA auch. Die erheben Gebühren auf PCs, Festplatten, USB-Sticks, Drucker, Smartphones – jedes gespielte Lied bei öffentlichen Veranstaltungen muss denen gemeldet werden…

    Und: Wenn du die explizit im Parteipgramm vertretenen Positionen als “Unsinn” und “Rhetorik” abtust, haben wir wohl keine gemeinsame Gesprächsgrundlage. Dann machst du deine Befürchtungen und dein (Halb?)wissen über die Reformvorschläge zu dem Programm der Piraten und bist nicht besser, als all diejenigen, die über Urheberrechtsreformen lamentieren, ohne jemals mit Künstlern gesprochen zu haben.

    Auch das Gerade von “Kostenloskultur” und “Geiz-ist-geil-Mentalität” ist nicht mehr als eine immer wieder wiederholte Unterstellung. Es gibt meines Wissens keine empirischen Fakten, die eine solche Mentalität bestätigen – im Gegenteil: Die Leute kaufen heute wie doof Apps und Musik im Netz – einfach weil es *endlich* entsprechende Modelle gibt.

    Zu behaupten, Remix und Sampling käme nur an den Rändern der kulturellen Praxis vor, ist aberwitzig. Hast du schonmal was von Youtube gehört? Oder von HipHop? Von Helene Hegemann? Vielleicht mal die wissenschaftliche Literatur zu dem Thema verfolgt?

    Deine Gegenvorschläge sind im Kern ein Beharren auf dem Status Quo (ausgenommen: Schutzfristen) – die im wesentlichen aus der Analyse hervorgehen, dass heutige Medien-Nutzer prinzipiell Schmarotzer sind. Ich finde es jetzt nicht so attraktiv, auf dieser Basis die Diskussion fortzusetzen.

    Tut mir leid und nichts für Ungut :)

  7. Literaturübersetzer

    Nur kurz, damit ich nicht völlig missverstanden werde: Ich habe nirgendwo “Unsinn” gesagt, sondern nur festgestellt, dass mir die Anerkennung des “Persönlichkeitsrechts” wenig nützt, wenn mein Werk trotzdem gegen meinen Willen unhonoriert verbreitet wird. Deswegen ist das in meinen Augen eine hohle Beteuerung. Und ich habe mir sowohl das Programm als auch die Diskussionspapiere durchaus alle angeschaut; ich bin eben einfach nicht einverstanden mit den Ansichten und Schlussfolgerungen. (Zum Beispiel “Urheberrecht verhindert kreatives Schaffen”: Man kann sich doch von jedem Werk der Welt inspirieren lassen, man soll nur nicht mit fremder Schöpfung selbst Geld verdienen wollen.)
    Und zum Remixen: Ich habe ganz deutlich gemacht, dass ich AUSSCHLIESSLICH von der Buchbranche red. Und da ist es m.E. eine Randerscheinung: häufig in postmodernen Theoriediskussionen gebraucht, von Leuten wie Thomas Meinecke auch kunstvoll angewandt; aber wenn man es so macht wie Helene Hegemann, dass man nämlich seitenweise aus einem fremden Buch klaut und so tut, als hätte man es sich selbst ausgedacht, und damit dann auch noch einen Riesenbestseller landet, dann ist jedes “Sampling”-Gequatsche nichts weiter als feige Ausrede. Das ist nicht besser als Guttenberg.
    Was ich aber sagen wollte: im Mainstream-Literaturmarkt spielt das so gut wie keine Rolle. Natürlich werden Handlungsstränge noch und nöcher wiedergekäut, sonst würde man ja auch die ganzen Vampirschmonzetten gar nicht voll kriegen, aber das ist doch kein “Sampling”, oder? Das ist einfach schlechtes Schablonenschreiben.
    Und zum Schluss: Na gut, wenn die Nutzer denn auch wie bescheuert e-books kaufen, soll es mir ja recht sein.
    Vielleicht kannst du mir ja mal (ganz ehrlich, ich kenne mich nicht so aus) praktisch erklären: Gibt es für elektronische Buchleser irgendwelche unüberwindlichen Probleme, e-Bücher zu erwerben? Da gibt es doch jetzt sogar schon flatrate-Angebote zum Lesen und Zurückgeben, oder? Dann wäre doch alles gut.
    Aber es gibt schon so viele illegale e-book-Vertriebsseiten, dass mir die edle Gesinnung der Nutzer ein wenig zweifelhaft erscheint.
    Keine Sorge übrigens, ich nehme das alles nicht sehr persönlich :wink:

  8. Hallo,

    ich habe keine Ahnung von diesem ganzen eBook-Kram, ich besitze auch kein entsprechendes Lesegerät. Ich würde mir zur Zeit aber kein Gerät anschaffen, dass mich auf DRM-geschützte Formate festnagelt – auf die Einschränkungen hätte ich keine Lust. Umgekehrt dürften viele Verlage auf die freien Formate keine Lust haben. Aber wie gesagt: Da bin ich der falsche Ansprechpartner.

  9. danielnoegel.de - it's turtles all the way down - pingback on 5. April 2012 um 16:39

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