it's turtles all the way down
Digital
Softwarefülle
30. Aug
Ich kam ja vor einiger Zeit in den Genuss, die Windows-Installation eines Bekannten neu aufsetzen zu dürfen. Da ja viele Notebooks mittlerweile eine eigene Recovery-Partition haben, habe ich nach eben dieser Möglichkeit für Vario-Notebooks gesucht und sie prompt gefunden. Tolle Sache: Ein paar Mal auf F10 gehackt und schon tat sich eine laienverständliche Oberfläche auf, die schnell und einfach eine Neuinstallation vornahm.
Zu diesem Zeitpunkt war ich noch recht angetan von der ganzen Sache: Ohne viel Zutun landete ein mit Treibern ausgestattetes XP auf dem Gerät. Allerdings: Statt dem ersehnten Windows gab es zunächst nur eine weitere Programmoberfläche zu sehen, die irgendwelche “Programmpakete” installieren wollte. Und dahinter verbag sich schlicht Unsinn: Ein gefühltes Dutzend Hintergrundbilder für allerlei Auflösungen – natürlich mit dem Emblem des Herstellers. Testversionen von irgendwelcher Software, Norton Anti Virus, Acrobat-Software, von der ich selbst nie gehört habe, verschiedenste Media-Erweiterungen, Update-Software und WLAN-”Starter” (wofür?!), Brenn-Utensilien und “Entertainment-Platforms”, Event Service-Tools und “SonicStage”-Geschichten. Ok – das Geräte ist mittlerweile schon durchaus alt: Im Handbuch der Serie findet sich ein Copyright-Hinweis von 2005.
Aber warum macht man das? Warum wird ein (halbwegs?) gutes Produkt mit Software lahmgelegt und zugemüllt? Ein Großteil der Normalanwender wird damit ohnehin nichts anzufangen wissen. Und die fortgeschrittenen Benutzer werden sich über so viel Unrat nur ärgern können. Ich musste beim Deinstallieren der vielen Tools und Programme immer wieder an Dilbert denken: Jeder technisch versierte Mitarbeiter muss dagegen doch Sturm gelaufen sein – aber am Ende gewinnt doch wieder der schmierhaarige Kollege vom Marketing: Auf dem Karton soll schließlich stehen können “Großes Programmpaket”, “Voll ausgestattet” oder “Rundumsorglos-Paket”.
Besonders geärgert habe ich mich in diesem Zusammenhang aber mal wieder über die Windows-Softwareverwaltung: Dieses Programm lässt den Benutzer schier verzweifeln: Jeweils nur ein Programm nach dem anderen lässt sich von der Festplatte tilgen, immer wieder muss man sich dafür durch unterschiedliche(!) Menüs klicken. In Kombination mit der Nutzlos-Softwarefülle derartiger Laptops schlicht eine Bestrafung. Danke.
Schnurifiziert
09. Jul
Georg Schnurer genießt ja einen gewissen Kult-Status. Diesen verdankt er sicher nicht zuletzt seinen extravaganten Hemden.

Heute habe ich aber bei c’t-TV den – wie ich finde – absoluten Knaller gesehen: Schnurer mit einer genialen rosaroten Brille!
Sehr schön zu dem Thema: Schnurer und Münch stellen in der Sendung Facebook und mögliche Probleme dieser Seite vor und erörtern, dass man dort natürlich alle möglichen Dinge über sich preisgeben kann – aber nicht muss. Folgender Dialog entfaltet sich:
Schnurer doziert: Lieblings-T-Shirts, Lieblingsspeisen – die verrücktesten Geschichten die man da eben…
Münch: Sind Hemden eigentlich auch möglich, Herr Schnurer?
Schnurer: Man kann das eintragen unter “Besondere Vorlieben”.
Münch: Man kann sogar eine Fotogalerie der Lieblingshemden einstellen!
Schnurer: Das überlass’ ich anderen.
Offensichtlich also mit Bezug auf die oben genannte Schnurers-Hemden-Seite – die leider schon seit allzu langer Zeit nicht mehr aktualisiert wurde. Aber nun ist ohnehin ein neuer Kult geboren – Schnurers Brillen.
Images erstellen mit ddrescue
05. Jul
Einige Klassiker und ihre Schwächen
Nicht regelmäßig aber doch immer mal wieder ist man in der unschönen Situation, eine defekte CD, DVD oder gar Festplatte kopieren zu müssen. Wenn man ein Image des ganzen Mediums anlegen möchte, gibt es zunächst einmal das Tool dd. Von der Sicherung defekter Medien mit dd ist allerdings abzuraten: Zum einen ist dd nur sinnvoll zu verwenden, wenn verschiedene Parameter richtig gesetzt werden – ansonsten bricht dd beim ersten Fehler ab oder schreibt unbrauchbare Images. Zum anderen bietet dd aber schlicht einige Features nicht, die man bei der Datenrettung haben möchte: So lässt sich zwar angeben, wie viele Bytes jeweils in einem Rutsch gelesen werden sollen – wenn die Quelle aber defekte Sektoren hat, wird man diese Zahl eher gering ansetzen wollen. Dies führt aber dazu, dass der Auslesevorgang unnötig verlangsamt wird. Setzt man die Anzahl der gelesenen Bytes aber zu hoch, wird im Falle eines Lesefehlers auch gleiche diese (hohe) Anzahl an Bytes als defekt behandelt – es werden somit weniger Daten gerettet als möglich wäre. dd kann also nur schnell oder langsam – eine Unterscheidung zwischen defekten und lesbaren Sektoren gibt es nicht (ich bitte im Zweifelsfall um Verbesserung).
Eine Lösung ist das Programm dd_rescue (der Name des Paketes in den Paketquellen lautet ddrescue). Dieses Programm kopiert ein Medium, indem es zunächst große Blöcke einliest und kopiert – das ist schnell. Tritt nun ein Fehler auf, fällt dd_rescue in den Fehler-Modus zurück, in welchem lediglich kleine Blöcke gelesen werden – das ist langsamer, stellt aber sicher, dass nicht unnötig Daten als “defekt” verworfen werden. Treten über längere Zeit keine Fehler mehr auf, setzt dd_rescue die Blockgröße wieder hoch und beschleunigt somit die Datenrettung erneut. Damit eignet sich dd_rescue schon deutlich besser zur Rettung defekter Medien, ist aber – für sich genommen – noch nicht ganz optimal: Stellt man sich vor, dass eine Festplatte in der Mitte eine große Anzahl defekter Sektoren enthält, wird dd_rescue zunächst die lesbaren Daten am Anfang der Platte kopieren und dann viel Zeit dafür aufwenden, die defekten Sektoren in der Mitte im langsamen Fehler-Modus zu kopieren. Erst danach werden die lesbaren Daten am Ende der Platte kopiert. Es wird also viel Zeit dafür aufgewendet, möglicherweise ohnehin nicht mehr verwertbare Daten aus defekten Sektoren zu kopieren. Auf Grund der mechanischen Beanspruchung wird die Platte aber vielleicht schon beim aufwändigen und kleinteiligen Kopieren der defekten Sektoren endgültig das Zeitliche segnen. Die lesbaren Daten am Ende einer defekten Platte werden so unnötig gefährdet. Diese konzeptionelle Schwäche können erfahrene Nutzer eventuell umgehen, indem sie dd_rescue händisch mehrere Male laufen lassen und jeweils unterschiedliche Start-Positionen angeben oder die Rettung u.a. rückwärts laufen lassen. Auch zusätzliche Skripte wie dd_rhelp könnten das Verhalten von dd_rescue in dieser Hinsicht optimieren. Selbst der Autor von dd_rhelp empfiehlt aber inzwischen ein anderes Tool:
Antonio Diaz’ Programm ddrescue (ohne Unterstrich) aus dem Paket gddrescue ist eigentlich nichts anderes als eine konsequente Neukonzeption von dd_rescue, die die Funktionalität bietet, die dd_rescue nur in Ergänzung mit dem Skript dd_rhelp hatte: ddrescue liest zunächst das defekte Medium in großen Blöcken aus und schreibt die ausgelesenen Daten in das angegebene Ziel. Anders als dd_rescue liest ddrescue aber zunächst schnell über die defekten Sektoren hinweg und notiert das in einer Logdatei. Erst nachdem das ganze Medium so durchlaufen wurde, schaut sich ddrescue die defekten Sektoren erneut an: Es unterteilt die großen defekten Bereiche in mehrere kleine Bereiche und versucht dann diese kleinen “Häppchen” zu kopieren.
Durch dieses Vorgehen verwendet ddrescue zunächst seine Zeit darauf, die noch vorhandenen und lesbaren Daten eines Mediums zu retten. Erst am Ende dieses Vorgangs schaut sich ddrescue die womöglich ohnehin nicht mehr zu rettenden Daten an. Dieses Vorgehen kann gerade beim Kopieren defekter Festplatten ein enormer Vorteil sein: Jede Lesevorgang beansprucht die Mechanik zusätzlich und vermindert die Chance, wirklich die gesamte Festplatte auslesen zu können. Daher bietet es sich an, statt lange über defekte Sektoren zu rödeln zunächst die lesbaren Daten zu kopieren!
ddrescue hat aber noch andere Vorteile: Durch die Log-Datei kann eine Rettung jeder Zeit einfach abgebrochen und später fortgesetzt werden. Richtig genial (wenn auch sicher eher selten benötigt) ist dabei der Umstand, dass ddrescue auch ein funktionsfähiges Images aus mehreren defekten Datenträgern erstellen kann: Aus zwei DVDs mit identischem Inhalt kann ddrescue also ein funktionsfähiges Image erstellen! Auch im Alltag ist diese Funktion aber durchaus hilfreich: So kopiere ich meine defekten und verschmutzten DVDs zunächst mit ddrescue auf die Festplatte. Wenn dabei einige Datenbereiche nicht gelesen werden konnten, kann man seine DVD jetzt aus dem Laufwerk nehmen, (aggressiver) reinigen und es erneut versuchen: Durch die Logdatei “weiß” ddrescue genau, welche Daten beim ersten Durchlauf nicht kopiert werden konnten und schaut sich nur diese Bereiche auf der DVD erneut an. Bevor man seine DVD also mit Gewalt, Wasser und Schmierlappen bearbeitet: Erstmal das auslesen, was noch da ist und in einem zweiten Durchlauf die Lücken füllen.
Benutzung
ddrescue ist denkbar einfach zu benutzen. Beachten sollte man nur, dass man die Log-Datei bei jeder Verwendung selbst angeben muss. Gibt man keine Log-Datei an, wird auch keine angelegt und viele nützliche Features von ddrescue bleiben unzugänglich. Einen einfach Durchlauf startet man wie folgt:
sudo ddrescue -n /dev/sr0 rettungsimage.iso logdatei.log
/dev/sr0 ist dabei durch das zu rettende Laufwerk / Medium zu ersetzen. Das Image wird (naheliegend) in die Datei “rettungsimage.iso” geschrieben, das Log in “logdatei.log”. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass für jede Rettung eine eigene Logdatei verwendet wird.
Da ddrescue in seinem Log notiert, welche Blöcke defekt sind und welche defekten Blöcke nicht kopiert werden konnten, würde ddrescue bei einem weiteren Durchlauf erstmal gar nichts machen – im Log steht ja, dass die verbliebenen Blöcke nicht kopiert werden konnten. Um ddrescue zu einem neuen Versuch zu bewegen, müssen zunächst die defekten Sektoren als “ungetestet” markiert werden, um im Anschluss alle ungetesteten Blocks einem erneuten Test zu unterziehen:
sudo ddrescue -RT /dev/sr0 rettungsimage.iso logdatei.log
Jetzt wird ddrescue nur die vormals defekten Blöcke neu auslesen – und vielleicht retten können.
Fazit
Sicher lassen sich viele der beschriebenen Funktionen auch mit dd_rescue, dd_rhelp und sogar dd erreichen, wenn man die Tools gut zu bedienen weiß, viel Erfahrung im Umgang damit hat oder sich entsprechende Skripte geschrieben hat. ddrescue besticht aber dadurch, dass es all dies aus einer Hand bietet und keine (u.U. langsamen) Skript-Erweiterungen benötigt. Für eine einfache Datenrettung sind keine zusätzlichen Angaben durch den Benutzer nötig und die Überlegung, zunächst erstmal alle lesbaren Daten zu retten bevor man die defekten Sektoren auf Überlebende abklopft, ist sicher in sehr vielen Fällen die sinnvollere Strategie als das sequentielle Vorgehen.
Weitere Informationen
gibt es…
- …auf der sehr ausführlichen Info-Seite von ddrescue,
- …in diesem Artikel,
- …auf der Seite von dd_rhelp und
- …in diesem Foren-Beitrag.
Hinweis
stfischr hat mich auf meine vorschnelle Editierung des Artikels hingewiesen, weswegen ich die ursprüngliche Version wiederhergestellt habe.
In der vorherigen Version des Artikels hatte ich behauptet, dass eine Rettung zunächst mit dem Schalter “-n” angestoßen werden sollte und erst in einem zweiten Durchgang darauf verzichtet werden könne. So wie sich die Sache mir jetzt darlegt, ist das nicht zutreffend und ein Durchlauf ohne irgendwelche Schalter erfüllt bereits seinen Zweck. An dieser Stelle nochmal besten Dank an stfischr für die Korrektur!
Archos Vision und Ubuntu
07. Jun
Der neue MP3-Player im Hause hört auf den schönen Namen “Archos Vision A14VG” und ist ein eher kleiner und leichter Vertreter seiner Zunft. Nachdem mir im Laden versichert wurde, dass sich das Gerät ganz normal ins Dateisystem einbindet, musste ich hier aber feststellen, dass genau das nicht der Fall ist.
Allerdings wurde das Gerät prinzipiell als Laufwerk erkannt, es gab einen neuen Eintrag unter “/dev/sdb” was darauf schließen ließ, dass etwas mit der Formatierung / Partitionierung des Players nicht stimmte. GParted bestätigte diese Vermutung, so dass ich mit dd eine Sicherheitskopie von /dev/sdb angefertigt und den Archos Vision mit Fat32 neu formatiert habe.
Wie erwartet legt das Gerät beim nächsten Start automatisch die erforderliche Verzeichnisruktur an, so dass in dieser Hinsicht keine Probleme entstehen. Danach wurde der Archos ohne Probleme eingebunden und ließ sich mit Musik bespielen.
Ich übernehme natürlich keine Gewähr dafür, dass Neuformatierung euren Player nicht in einen (sehr leichten) Briefbeschwerer verwandelt. Aber für mich war das Problem damit behoben.
DVDs kopieren
01. Jun
In den letzten Tagen habe ich verschieden DVD-Ripping-Tools getestet. Die einfache Aufgabe: DVD mit Filmen aber auch Serien bequem, einfach und schnell mit möglichst hoher Qualität auf die Festplatte befördern.
Die Kandidaten: dvd::rip, AcidRip, ogmrip, HandBrake, k9copy und LemonRip.
dvd::rip
dvd::rip eignet sich sehr gut zum Rippen und Kodieren von DVDs und erinnert mich am ehesten an GordianKnot. Es gibt sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, die eigentlich jedem Wunsch gerecht werden. Beim Versuch einen größeren Film in drei Teile zu splitten hatte ich aber das Problem, dass Video und Ton asynchron waren (aus welchem Grund auch immer). Zudem fand ich gerade das Rippen von mehreren Titeln recht unkomfortabel. Sehr positiv: Es ist möglich, das Rippen eines Films auf mehrere Rechner zu verteilen – sogenannte Cluster. Auch finde ich das Programm erstaunlich übersichtlich dafür, dass es dem Nutzer so viele Möglichkeiten bietet.
ogmrip
ogmrip ist in erster Linie ein DVD-Ripper, der Das Rippen einfach machen soll – was m.E. auch gut gelingt. Sehr schön ist die Möglichkeit, verschiedene Profile anzulegen: So kann man mit einem Klick auswählen, ob man den Film für seine Telefon, für den PC oder für seinen DVD-Player kodieren möchte. Dummerweise war ich just in diesem Fall in der unglücklichen Situation, einen Film in Graustufen kodieren zu wollen – keine Ahnung, ob das einen großen Unterschied macht – mit ogmrip war der entsprechende Schalter nicht zugänglich (getestet mit XViD). Viel schlimmer war allerdings die Tatsache, dass ogmrip beim Rippen mehrfach abgestürzt ist und “Segmentation Faults” ausgespuckt hat. Weiterhin hat sich das Programm beim Zuschneiden mehrfach aufgehängt. Positiv dahingegen fand ich die Möglichkeit, mehrere Titel einer DVD in den Queue zu schieben und dann in einem Rutsch abarbeiten zu lassen.
AcidRip
AcidRip ist ein weiteres Frontend für den mencoder. Im Gegensatz zu ogmrip wird hier der mencoder aber nicht so sehr vor dem Benutzer versteckt: Einige wichtige Optionen (wie Audio, Untertitel, Codec, Bitrate, Crop und Scale) sind über Schalter zugänglich, weitergehende Funktionen müssen als mencoder-Parameter in Textboxen eingetragen werden. AcridRip ist insgesamt leicht zu bedienen, bietet aber nur die Möglichkeit, jeweils eine Audio- und Untertitelspur zu setzen.
AcidRip wird häufig als Ripper für Einsteiger bezeichnet, ich sehe darin aber eher ein mencoder-Frontend, das den mencoder nicht so weit “wegabstrahiert”, wie etwa ogmrip. Für ein Einsteigerprogramm wirkt AcidRip dann auch reichlich unübersichtlich und müsste anders strukturiert sein. Insgesamt aber eigentlich ein schönes Tool für Fortgeschrittene die eine GUI nutzen möchten, ohne sich von dieser in der Wahlfreiheit beschneiden zu lassen.
k9copy
Bei k9copy handelt es sich – der Name deutet es an – um ein KDE-Programm. Da ich für Gnome aber lediglich DVD95 als Alternative kenne und mit dieser in der Vergangenheit nicht sonderlich zufrieden war, habe ich mir stattdessen mal k9copy näher angesehen. k9copy (und DVD95) sind in erster Linie dazu da, große DVDs (DVD9) so zu verkleinern, dass sie auf einen handelsüblichen DVD Rohling passen (DVD5). Um das zu erreichen werden die Filme umkodiert, es lassen sich aber auch Tonspuren und Untertitelspuren streichen, weiterhin werden die Menüs etwas zusammengestaucht. Vorteil dieser Methode ist der Umstand, dass man ein komplettes Backup seiner DVD hat, ohne auf besondere Features (wie Kommentare des Regisseurs) verzichten zu müssen. Auch findet ja mancheiner Gefallen an aufwändig gestalteten Menüs und möchte diese nicht missen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Durch das Umkodieren auf DVD5 nimmt die Qualität des Materials deutlich ab. Das Ausmaß der Qualitätseinbuße hängt aber in erster Linie davon ab, auf wie viele Tonspuren man verzichten kann und wie groß das Ausgangsmaterial ist. Nicht jede DVD9 ist prall gefüllt und eine sechs GB große DVD lässt sich durchaus ohne große Einbußen zusammenstauchen.
Sowohl DVD95 als auch k9copy bieten die Möglichkeit, die DVD nicht zu verkleinern, sondern zu rippen (weswegen die beiden Programme hier überhaupt Erwähnung finden). Während diese Möglichkeit bei DVD95 aber sehr rudimentär ist und sich kaum beeinflussen lässt, bietet k9copy ein breites Spektrum verschiedener Einstellungen. Es lassen sich viele verschiedene Codecs definieren, wobei jeweils die Parameter für ffmpeg oder mencoder von Hand eingegeben werden müssen. Es gibt allerdings auch Codec-Vorgaben, so dass die meisten Benutzer vom händischen Einstellen verschont bleiben. Zum Kodieren muss der Benutzer dann lediglich einen der Codecs auswählen und noch einige Details wie Dateigröße oder Bitrate auswählen und kann entscheiden, ob es zwei Durchläufe geben soll oder nicht. Auch das Cropping kann man sich dabei abnehmen lassen.
Hier fiel mir allerdings sehr negativ auf, dass man diese Einstellungen (Dateigröße, Video-Bitrate, Audio-Bitrate, Cropping) für jeden einzelnen Titel auf einer DVD wiederholen muss; ich habe keinen Schalter gefunden, mit dem sich diese Einstellung auf alle zu rippenden Titel anwenden ließ. Im Regelfall möchte man vermutlich nur einen einzigen Titel (etwa den Hauptfilm) auf die Festplatte bringen und wird sich daran nicht stören. Sobald man aber 6 Folgen einer Serie kopieren möchte, wird das schon sehr mühselig. So ist k9copy für KDE-Film-Liebhaber eine gute Wahl, Gnome-Serien-Fans werden sich aber oft darüber ärgern.
Lemonrip
Lemonrip ist ein beeindruckendes kleines Perl-Programm: Gerade einmal 1750 Zeilen wiegt es und kommt dafür mit einer praktischen GUI daher. Auch Lemonrip setzt auf mencoder auf und vereinfacht das Rippen von DVDs deutlich. Leider geht das in diesem Beispiel sehr zu Lasten der Konfigurierbarkeit: So konnte ich bei meinem Test lediglich zwischen 5 Profilen wählen, etwa “XVID 700MB” und “XVID 1100MB”. Weitere Einstellungen (Graustufen, Audio-Format und Audio-Bitrate, Anzahl der Durchläufe u.v.m.) ließen sich nicht über die GUI vornehmen. Zwar kann man weitere Profile direkt im Quellcode ergänzen und anscheinend auch in bestimmten Dateien eintragen – allerdings nur als komplette mencoder-Befehlszeile. Für Anfänger ist diese Möglichkeit also denkbar ungünstig. Auch gab es keine Möglichkeit, eine ISO-Datei oder DVD-Struktur auf der Festplatte als Quelle anzugeben. Angesichts der Tatsache, dass mencoder sowohl ISO-Dateien als auch DVD-Strukturen wie gewöhnliche DVDs einlesen kann, also eigentlich eine unnötige Beschränkung. Schließlich könnte die GUI auch an der einen oder anderen Stelle noch optimiert werden: So kann man zwar für jeden Titel einer DVD ein anderes Profil wählen – der Dialog dazu lässt sich aber nur über die Werkzeugleiste aufrufen, obwohl das jeweilige Profil in einer Liste neben dem Titel eingetragen ist. Hier wäre eine DropDown-Box sicher intuitiver. Auch die Auswahl der Sprache und des Untertitels könnte auf diese Weise deutlich vereinfacht werden.
Insgesamt stören an Lemonrip viele Einschränkungen und “Nicklichkeiten”. Vielleicht werden zukünftige Versionen in dieser Hinsicht Abhilfe schaffen. Sehr gefallen hat mir dahingegen die übersichtliche Darstellung des DVD-Inhaltes: Alle Titel werden in einer Liste dargestellt und lassen sich mit einem Hacken zum Rippen anwählen. Damit wäre Lemonrip gerade auch zum Rippen von Serien ideal und hatte im “Test” nach meinen Dafürhalten die intuitivste GUI.
HandBrake
Bei HandBrake sollte man die größte Einschränkung vorwegnehmen: Mittlerweile ist das Programm fast ausschließlich auf H.264 ausgelegt. Zwar gibt es noch die Möglichkeit, mit FFmpeg ein nicht näher spezifiziertes MPEG-4 zu erstellen, das ist aber anscheinend eher zu Testzwecken gedacht.
Wenn man diese Prämisse aber akzeptieren kann, erledigt HandBrake seine Aufgabe bestens: Man kann zwischen verschiedenen Presets wählen und jeder Zeit neue anlegen. Als Quelle akzeptiert HandBrake DVDs, DVD-Verzeichnisstrukturen und ISO-Dateien gleichermaßen. Die einzelnen Titel einer DVD können sehr leicht mit unterschiedlichen Einstellungen gerippt werden, wobei jeweils auch mehrere unterschiedliche Audio- und Untertitelspuren gewählt werden können.
Sehr gut gefallen hat mir auch die “Picture Settings”-Funktion: In einem speziellen Fenster kann man nicht nur die automatische Beschneidung kontrollieren und anpassen oder ggf. eine Größenveränderung einrichten: Man kann auch sehr einfach einen beliebigen Zeitabschnitt von einer beliebigen Stelle des Videos “probekodieren”. Dabei finden alle gemachten Einstellungen (also etwa Video-Bitrate, B-Frames, u.v.m.) Berücksichtigung. So erhält man frühzeitig einen Eindruck davon, wie sich die Einstellungen auf das Endresultat auswirken.
Zum Rippen von Filmen ist HandBrake also geradezu ideal. H.264 ist ohnehin eine bessere Wahl als das etwas in die Jahre gekommene XViD – allerdings benötigt es (auch beim Abspielen) mehr Ressourcen und wird von vielen DVD-Playern noch nicht unterstützt.
Fazit:
Auch wenn ich den ein oder anderen Ripper mehr kritisiert habe: Insgesamt machen die Programme ihren Job durchaus ordentlich. Wer häufig Filme mit dem selben Encoder und den selben Einstellungen rippen möchte, wird sich sicher auch nicht daran stören, dass er bei AcidRip und Lemonrip einige Optionen einmalig von Hand eintippen muss. Ogmrip ist dabei in mancher Hinsicht ein guter Kompromiss zwischen Konfigurierbarkeit und Einsteigerfreundlichkeit, auch wenn ich hier und da einen Schalter vermisse. dvd:rip und HandBrake sind aber m.E. die Programme, die einem auf Wunsch die vielen Einstellungen am besten abnehmen, sie aber nicht völlig verstecken und somit auch Perfektionisten gefallen dürften.
cURL
17. Mai
Ich benutze curl in der Regel als eine Art “Internet cat”: Damit kann man beispielsweise schnell den HTML-Code einer Seite nach einer beliebigen Information durchsuchen – hier etwa meiner IP:
curl -s http://www.wieistmeineip.de/|egrep -o "[0-9]+\.[0-9]+\.[0-9]+\.[0-9]+"
Mit curl kann man sich aber nicht einfach nur Internetseiten im Terminal ausgeben lassen: Auch einfache Interaktionen via POST sind möglich. So nutze ich curl beispielsweise, um mich bei meinen Router anzumelden und dort die Verbindung mit dem ISP zu trennen und neu aufzubauen.
Worauf ich erst vor ein paar Tagen gestoßen bin und was mir sehr gut gefällt: curl unterstützt auch Gruppen und Bereiche von URLs. So würde mir folgender Befehl nacheinander die Seiten eins.html, zwei.html und drei.html auf example.com anzeigen:
curl http://example.com/{eins,zwei,drei}.html
Bereiche werden wie folgt definiert:
curl http://example.com/[1-3].html
Ein Bereich wie [1-50:5] definiert dabei einen Schrittzähler: Hier wird also nur jede fünfte Seite angezeigt 1, 6, 11, … 46. Auch Bereiche von Buchstaben können angegeben werden.
Das Ganze kann beispielsweise dann äußerst hilfreich sein, wenn man sich mal wieder durch eine grottenschlechte HTML-Bildergalerie klicken muss. Anstatt sich mit jedem Klick etwas mehr zu ärgern, befördert man die Bilder in einem Rutsch auf den lokalen Datenträger und betrachtet sie dort mit dem Bildbetrachter des Vertrauens. Zur Veranschaulichung habe ich im Rahmen dieses Artikels einmal 50 kleine Bildchen erstellt. Mit folgendem Befehl laden wir diese direkt auf die heimische Festplatte:
curl -s www.xn--ngel-5qa.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/05/wp_bilder/[1-50].png -o test/bild_#1.png
In diesem Fall wird im aktuellen Verzeichnis ein Ordner test angelegt, in dem die Bilder gespeichert werden. Neu ist hier der Parameter -o, mit dem die Ausgabe von curl in eine Datei umgeleitet wird. Die Zeichenkette “#1″ wird dabei von curl durch die jeweilige Bild-Nummer ersetzt.
Insgesamt ist curl ist recht mächtiges Tool, dessen Einsatzbereiche sich nicht auf http beschränken. So verbindet sich curl auch mit FTP oder gar IMAP-Servern und kann (anders als wget) Dateien auch hochladen.
Änderung: Die Beispiele sollten jetzt Copy&Paste-kompatibel sein.
Internet kränkelt
12. Mai
Mittlerweile sollte die Nachricht jeden erreicht haben: Das Internet fühlt sich heute nicht so gut. Sehr schön aber zu sehen, wie sich die Ping-Statistiken zwischenzeitlich erholen und dann wieder ganz böse abstürzen.
Besonders doof schaut man übrigens aus der Wäsche, wenn man IPTV nutzt. Fehlermeldung gibt es aber nicht: Ein paar Bytes erreichen die gute Box
anscheinend von Zeit zu Zeit – das Logo sehe ich in diesem Moment schon gute 13 Minuten.
Aktualisierung: Nach einem Neustart der Box gibt es auch wieder TV aufs Auge. Komisch: Keine Katastrophen-Sondersendung zum Befinden des neuen Leitmediums. Ich glaube, die Flimmerkasten-Medienindustrie hofft auf einen zweiten Frühling.
Spenden mit Flattr
10. Mai
Auf der Seite von Chaosradio Express bin ich heute über den neuen Dienst Flattr gestoßen. Es handelt sich dabei um eine neue Form von Mikropayment, bei der man monatlich einen bestimmten Betrag auf sein Flattr-Konto einzahlt.
Stößt man nun beim Surfen auf eine Seite die gefällt und einen Flattr-Knopf hat, kann man diese Seite über den Flattr-Knopf auf seine Spenden-Liste setzen. Am Ende des Monats wird nun der eingezahlte Betrag auf alle Empfänger in der Spenden-Liste aufgeteilt.
Sehr interessant ist weiterhin, dass auf der Flattr-Seite die Angebote mit den meisten Spenden aufgelistet werden – sortiert nach Medium. Auch eine Art, auf neue Angebote zu stoßen.
Letztlich sicher eine sehr schöne Idee, weil man durch den einmaligen Entschluss, Geld bei Flattr einzuzahlen, im Folgenden immer wieder zu Spenden animiert wird. Einziger Wermutstropfen: Flattr finanziert sich, indem 10 Prozent der monatlichen Einzahlungen einbehalten werden. Dieser Anteil sollte sicher noch verringert werden, wenn der Dienst erstmal halbwegs etabliert ist und entsprechend hohe Beträge umgesetzt werden.
Linux-Benutzer bezahlfreudig
07. Mai
Zur Zeit läuft ja mit “The Humble Indie Bundle” eine Aktion, bei der fünf verschiedene Spiele für einen frei wählbaren Betrag erstanden werden können. Die Spiele sind:
- World of Goo
- Aquaria
- Gish
- Lugaru HD
- Penumbra Overture
Auf der Seite ist zu lesen, dass die genannten Spiele zusammen 80 Dollar kosten würden. Voreingestellt ist ein Preis von knapp 30 Dollar. Die durchschnittlich gezahlte Summe liegt zwar leider deutlich darunter – aber immerhin lässt sich konstatieren, dass die Linux-Benutzer im Schnitt am meisten bezahlen.
Natürlich ist diese Zahl nicht besonders aussagekräftig (und immer noch recht gering) – aber angesichts der Tatsache, dass immer wieder behauptet wird, dass Freie Software die Bereitschaft der Menschen senke, für gute Produkte gutes Geld zu bezahlen, finde ich diese Statistik schon interessant.Und immerhin wurde bei der Aktion bisher fast eine halbe Million Dollar erwirtschaftet – und unter Entwicklern, der Aktion “Child’s Play” und der EFF aufgeteilt.
Aktualisierung: Insgesamt wurden bisher über 1.000.000 Dollar gespendet. Folgende Spiele werden im Rahmen dieser Aktion ihren Quellcode offenlegen und unter eine freie Lizenz stellen:
- Aquaria
- Gish
- Lugaru HD
- Penumbra Overture


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